Ein herzlich Grüß Gott in die Runde,
ihr alle hörtet wohl die Kunde.
Heute bahnt sich Großes an,
das länger schon ins Glase kam.
Wir feiern die verbriefte Bindung
zum Verein mit Handwerk und manch Körperschindung.
So mancher von euch mag sich fragen,
muss ich diese tröge Gründung hier ertragen?
Aber keine Sorge, gehabt euch wohl,
denn heute gibts auch Alkohol!
Doch warum nur, um was geht’s?
Die Bacher Mostperle – hier steht’s.
Doch bevor wir die Früchte nun genießen,
des Anlasses würdig ein paar Tropfen fließen,
sei der Entstehung auch gedacht,
wie man nur aus Äpfeln Cidre macht.
Fest gepflanzt auf Streuobstwiesen,
steht die Apfelbaumkultur.
Aus Blüten werden Äpfel spriessen,
für Cidre braucht’s ne Prozedur.
Das Erreichen hoher Ziele,
zumeist gilts für den Cidre wie im Leben,
kann uns nur gewissenhafte Arbeit geben.
Unwiderbringlich scheitern solch Gedankenspiele,
erst kurz vor Ende durch getürktes Lenken,
schlechter Ernte Glanz zu schenken.
Denn Erfolg entsteht nicht im schnellen Augenblick,
sondern erfordert ein ganzes Jahr Geschick.
Schon vor des Lenzes erster warmer Tage,
bedarf es körperlicher Plage.
Der Bäume natürlicher Trieb gehört genutzt,
und maßvoll für das Ziel gestutzt.
Nur was genügend Platz und Lichte kennt,
wächst auf solidem Fundament.
Der Frühling ist da, die Triebe bereit!
Immer voran, immer nach oben,
Naturkräfte sind dabei sich auszutoben.
Des Lebens Stimme, wie sie schreit!
Nicht einen Moment ist dran zu denken,
mächtigeres könnte die Geschicke lenken.
Die Knospen protzen und platzen, die Blüten strahlen,
die Gedanken längst mit der Ernte prahlen.
Doch Wolken am Horizont, sie bringen Eis und Hagel,
für vorschnellen Triumph den finalen Sargnagel.
Größter Glanz und Gloria,
erntet nicht immer Viktoria.
Doch durch Vertrauen ins natürliche Gelingen,
wird auch der knorrigste Baum dem Cidre Äpfel bringen.
Jedoch, froher Mut und Zuversicht,
wachsen alleine sicher nicht.
Denn jedes Unterfangen benötigt gut Geleit,
Gleichgesinnte mit warmer, geselliger Fröhlichkeit.
Der Sommer neigt sich seinem Ende!
Die Äpfel verwandeln sich in Rot,
Vorbereitung heißt nun das Gebot.
Bringt zusammen die fleißigen Hände!
Die Zahl der Fässer wird gezählt,
die Oechslewaage aus der Verpackung geschält.
Sehet nun da, die Äpfel, sie fallen zu Boden!
Wie war der Sommer, wie hoch ist der Zucker?
Reichts für den Rausch, einen ordentlichen Schucker?
In gebückter Haltung wird das Naturgeschenk aufgehoben!
Trocken liegt die Ernte in Kisten sortiert,
während die Schöpfung Stärke zu Zucker konvertiert.
Der Tag der Arbeit ist hier!
Die Messer schneiden, die Presse läuft warm,
der frische Saft zeigt erstmals seinen eigenen Charme.
Bei herbstlicher Kälte malocht jeder für vier!
Der Tag geht müde zu Ende, doch keiner will sich beschweren,
der Lohn ist in den Fässern, bereit von selbst zu Gären.
Die schwere Arbeit, sie ist getan,
doch trozdem steht immer noch Arbeit an.
Den Zucker muss jemand überwachen,
der Fasswechsel ist nichts für die Schwachen.
Die Gärung hat geendet,
doch die Mühe ist längst nicht beendet.
Den Zucker messen,
Das Fass tauschen,
Die Flasche befüllen,
warten, warten, warten,
das Resultat probieren,
Cidre herstellen, heißt nicht lamentieren.
Nehmet nun diesen güldenen Saft,
genießt, und gedenkt der geschaffenen Kraft.
Denn die Mühe vergeht, der Genuss fürwahr immer besteht!
© Bacher Mostperle - Made with ♥ in Bach